Gesundheit ist ein anderer Schwerpunkt, den ihr bearbeiten möchtet. Warum ist das Thema so wichtig?

Nicht erst seit der Pandemie verändert der Megatrend Gesundheit das Denken, die Werte, das Verhalten der Menschen, die Unternehmenskulturen und natürlich auch den Konsum. Die Auswirkungen lassen sich bereits seit Längerem vielfach in unserem Alltag beobachten.

In nur zwanzig Jahren haben sich die Gesundheitskosten in der Schweiz verdoppelt. Weltweit gibt kaum ein Land pro Kopf mehr Geld für Gesundheit aus als die Schweiz. Insgesamt geben wir über 80 Mia Franken pro Jahr aus. Das sind riesige Zahlen, die man runterbrechen muss, um sie zu verstehen. Umgerechnet geben die Bürger*innen von Buttisholz pro Jahr 30 Millionen Schweizer Franken für die Gesundheitskosten zu decken aus. Pro Tag sind das 90‘000 Franken. In zwei Wochen sind das über eine Million Schweizer Franken für die Gesundheitskosten, allein in Buttisholz.

Wie also kriegen wir das in den Griff? Indem wir den Spiess umdrehen. Wir sind gefangen in einer Mechanik, in der Geschäftsmodelle auf Krankheit aufbauen statt auf Gesundheit. Keine drei Prozent der Gesundheitsausgaben fliessen in die Prävention. Wir heilen Kranke, statt Gesunde zu unterstützen. Aber auch die Prävention muss neu gedacht werden: weg von gutgemeinten Kampagnen und obrigkeitlichen Interventionen, hin zur Selbstermächtigung des Individuums.

Früher oder später werden alle grossen Herausforderungen an die Gemeinde weitergereicht und delegiert. Nehmen wir nur das Asylwesen als Beispiel. Gemeinde tun also gut daran, sich jetzt um dieses Thema zu kümmern.

Wir sind uns bewusst, dass wir das System nicht auf den Kopf stellen können. Wir können aber mit ersten und kleinen Schritten starten. Denn hinter jedem Franken Gesundheitskosten steht ja auch Leid. Krank sein schmälert die Lebensqualität. Auch wenn wir zu Beginn nicht viel an den Kosten ändern können. Leid zu verhindern ist unser Ansporn.

Auch hierzu sind bereits zwei Projekte in der konkreten Ausarbeitung.



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